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Viel Arbeit für den Arzt

Das alles schaut nach viel Arbeit für den Arzt aus, der Umfang wird tunlichst von den Herren am grünen Tisch heruntergespielt. Also schaue ich mir die 3. Zusatzvereinbarung zum Vertrag
über die Bereitstellung der Vorsorgeuntersuchung vom 29. November 2011 einmal genauer an, und finde unter Punkt VI Abrechnung und Honorierung: „Die Abrechnung erfolgt gemeinsam mit der Honorarabrechnung der Vorsorgeuntersuchung unter Verwendung folgender Positionsnummern:
MGZ Gespräch "Meine Gesundheitsziele" und EMGZ Evaluierungsgespräch "Meine Gesundheitsziele". Da die Gespräche "Meine Gesundheitsziele" in der Regel im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung erbracht werden, wird dafür kein gesondertes Honorar angesetzt.“

Zuerst glaube ich an ein Versehen und beginne bei SVA und Ärztekammer zu recherchieren.
Auch bei der Ärztekammer glaubte man zunächst an einen Fehler, aber bei der SVA war man sich ganz sicher: Es wird kein Honorar für die beträchtliche Mehrarbeit der Ärztinnen und Ärzte geben.

 

Zum Narren gehalten

 

Jetzt fühle ich mich ernsthaft zum Narren gehalten. Ich erinnere mich an die Auseinandersetzungen um die „Vorsorgeuntersuchung neu“. Neu an dieser Vorsorgeuntersuchung war vor allem die Beschränkung des Untersuchungsumfangs auf die stereotype Bearbeitung eines Fragebogens, den man damals als „evidence based“ bezeichnete. Inzwischen hat sich wissenschaftlich vieles geändert, zum Beispiel der Stellenwert des PSA-Screenings oder des Nachweises auf okkultes Blut im Stuhl.

 

Das Befundblatt, Design by Joanneum Research (2004), enthält ärztliche Antwortmöglichkeiten: „Körperliche Bewegung von Proband/in abgelehnt“, „Alkohol-Aufhörwille: nein“, „Rauchverhalten Aufhörwille: nein“, „Mammographie von Probandin abgelehnt“, „Koloskopie von Proband/in abgelehnt“.

 

 

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