logo   Komitee unabhängiger Wiener Ärztinnen und Ärzte

I. Freiheit des Ärztestandes

1. Das Komitee unabhängiger Wiener Ärzte bejaht grundsätzlich und kompromisslos die Idee des freien Ärztestandes, aber auch mit gleicher Konsequenz das Prinzip des freien Arztes im Rahmen des Gesamtstandes. Auch die Kollegenschaft als Ganzes ist eine Gemeinschaft, die nicht mehr Rechte für sich in Anspruch nehmen darf, als unumgänglich nötig ist, um die Freiheitsrechte des einzelnen Kollegen vor dem zwangsmäßigen Zugriff des staatlichen und pseudo staatlichen Kollektivs (Krankenkassen) zu schützen; das heißt, dass nicht nur die Freiheit des Gesamtstandes, sondern auch der sogenannte kassenfreie Raum im maximal möglichen Umfang erhalten und ausgebaut werden muss. Eine Verstaatlichung des Ärztestandes, gleichgültig in welcher Form auch immer, lehnt das Komitee unabhängiger Wiener Ärzte kategorisch ab.

2. Das Komitee unabhängiger Wiener Ärzte betrachtet als Freiheitsrechte des einzelnen Arztes a) die Freiheit der Niederlassung b) gleiche Voraussetzungen für die Zulassung aller Ärzte, die es wünschen, zu allen Kassen c) Freiheit der ärztlichen Behandlung, wobei die Grenze einzig und allein durch Ethik, Moral und die Erkenntnisse der modernen medizinischen Wissenschaft gesetzt ist d) Freiheit der Honorargestaltung im kassenfreien Raum, sofern das Ansehen der Ärzteschaft dadurch nicht geschädigt wird (Honorarunterbietung usw.).

3. Das Komitee unabhängiger Wiener Ärzte betrachtet als Grundprinzip die Freiheit des Standes a) die frei und geheim zu wählende Selbstverwaltung b) die Anerkennung der Beschlüsse der Selbstverwaltung durch Gemeinden und Staat und deren Berücksichtigung bei Gesetzentwürfen, die Interessen von Ärzten berühren.

4. Das Komitee unabhängiger Wiener Ärzte betrachtet die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Arztes sowie die freie Auswahl als wichtigste Garantie für die eigene Freiheit und die des gesamten Standes.

II. Partnerschaft und Honorargerechtigkeit

5. Das Komitee unabhängiger Wiener Ärzte bejaht grundsätzlich das Prinzip des Versicherungsgedankens im Krankheitsfall und steht bei Verhandlungen mit der jeweiligen Krankenversicherung auf dem Standpunkt der echten Partnerschaft auf Basis gegenseitiger Achtung und Gleichberechtigung. Der Arzt als Persönlichkeit und nicht der Verwaltungsapparat ist für die medizinische Betreuung des Patienten verantwortlich. Die administrative Belastung ist auf ein Minimum zu beschränken.

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