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AKH - Informationen

Das Grundproblem ist, dass das gedeckelte Budget des BM für die MeduniWien für 2012 nicht ausreicht, um den bisherigen Vollbetrieb im AKH weiterzuführen. Die angedachten Maßnahmen von seiten des Rektorats, die das Problem auch nicht wirklich zur Gänze lösen konnten, sind 24 Journaldiensträder ab Jänner 2012 und weitere 50 Arztstellen 2012 abzuschaffen.

Das soll so in den nächsten Jahren kontinuierlich weitergehen. Die konkreten Folgen wären z.B.:

Ab Jänner könnte die Notfallabulanz des AKH (90 - 100.000 Patienten pro Jahr) viele Facharztdienste in der Nacht nicht mehr anbieten, womit zum Beispiel nachts und am Wochenende keine adäquate Versorgung gewährleistet ist, u.a. könnten dann akute Schlaganfälle, Augenverletzungen etc., nicht mehr richtig versorgt werden. Organtransplantationen (Leber, Lunge, Herz), auf die die Patienten monate - bis jahrelang gewartet haben, könnten nachts, wenn das Organ eintrifft, nicht durchgeführt werden (persönliche Katatrophe für die Patienten), da nicht ausreichend Chirurgen, Anästhesisten etc. im Dienst sind.

Wenn so ein großes und teures Haus wie das AKH (größtes Spital Europas, größte universitäre Medizineinrichtung im deutschsprachigen Raum) heruntergefahren wird, kann es kaum mehr wieder die Qualität und Kapazität von vorher erreichen.

Der Grund für das Engagement der Ärzte (bei den bisherigen beiden Betriebsversammlungen im Hörsaal 1 waren je ca. 1.000 anwesend), ist die VERSORGUNG DER PATIENTEN zu gewährleisten, die durch die geplanten Maßnahmen gefährdet wäre, sowie das VERANTWORTUNGSGEFÜHL GEGENÜBER DEN STEUERZAHLERN, die für die hohen Errichtungs - und Betriebskosten aufgekommen sind und weiterhin aufkommen. Die dem Bund unterstehenden Ärzte des Hauses werden inzwischen auch durch die der Gemeinde unterstehenden Mitarbeiter (rund 7.000) in ihrem Anliegen unterstützt.

Die teuerste Variante für alle wäre es, das Haus in seiner Leistung herunterzufahren. Die Summe, um die es für die Weiterführung des Betriebes wie bisher im Jahr 2012 geht, entspricht den Kosten, die die ASFINAG für die Reparatur von exakt 3,6 km der Südosttangente (sogenannte Hansson - Kurve) bekommt.

Ass. Prof. Dr. Andrea Brichta